Eine besondere Überraschung erlebten die Besucherinnen und Besucher der diesjährigen Kappensitzung des Karnevalsvereins „Wooschtpänz“ in Kinheim: Mitten im närrischen Programm trat niemand Geringeres als der gallo-römische Weingott Sucellus persönlich auf die Bühne.
In einer humorvollen Büttenrede – selbstverständlich in gereimten Versen – widmete sich Darsteller Ignaz Rieth den Jubiläen, die in diesem Jahr in der Gemeinde gefeiert werden. Im Mittelpunkt stand dabei das 50-jährige Jubiläum der Ausgrabung der Sucellus-Figur, das derzeit im Ort vielfältig aufgegriffen wird und im großen Sucellus-Römerspektakel am 27. und 28. Juni 2026 seinen Höhepunkt findet. Mit viel Wortwitz und Augenzwinkern berichtete der „römische Gast“ von seinen Erlebnissen bei der damaligen Ausgrabung und den geplanten Veranstaltungen rund um das Jubiläumsjahr.
Darüber hinaus nahm Sucellus weitere bedeutende Jahrestage in den Blick: 60 Jahre Moselbrücke sowie das 70-jährige Bestehen des Karnevalsvereins, der seit Jahrzehnten das kulturelle Leben im Ort prägt.
Doch auch an anderen Stellen des Abends spielte die Ortsgeschichte eine Rolle. In mehreren Vorträgen wurde das Sucellus-Jubiläum thematisiert. So widmete beispielsweise die Gesangsgruppe um Stefan Molitor, Arndt Herden, Jörg Servatius und Thomas Franzen der Entdeckung der Figur sogar ein eigenes Lied mit dem Titel „Ein Fund im Kornfeld“, in dem auf humorvolle Weise an die Ausgrabung des Jahres 1976 erinnert wurde.
Das Publikum dankte den Akteuren mit großem Applaus. Die Kappensitzung zeigte eindrucksvoll, wie sich Fastnacht und Ortsgeschichte miteinander verbinden lassen – ganz nach dem Motto, dass Traditionen nicht nur bewahrt, sondern auch mit Humor lebendig gehalten werden können.
Text & Foto: Christian Franzen